« zurückProjekte des Forums Wissenschaft/Forschung/Entwicklung und Bildung
Das Forum Wissenschaft/Forschung/Entwicklung und Bildung setzt sich vor allen Dingen für die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft ein. Erklärtes Ziel ist hier Forschung zu nutzen, um regionale Entwicklungsprozesse zu befördern.
EL Nr. 4.1. Aufbau eines deutschlandweiten Kompetenzzentrums mit Alleinstellungsmerkmal Geoenergie und CO2-Technologien
Die Entwicklung der CCS-Technologien kann einen wichtigen Beitrag leisten, um Klimaschutz und Energieversorgungssicherheit in Einklang zu bringen und auch künftig Energie zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung zu stellen. Die Kohlenstoff-Abscheidung und -Speicherung (CCS) ist für die fossile Energieerzeugung Voraussetzung, um klimaschonende weltweite Nutzung zu ermöglichen. Jetzt geht es vor allem darum, diese Technologien durch die engagierte Fortführung von Forschung, Entwicklung und Demonstration in einem ökonomisch überschaubaren Zeitraum zur Marktreife zu führen. Das Land Brandenburg befindet sich in einer harten Wettbewerbssituation im nationalen und internationalen Maßstab, wenn es darum geht, Zukunftsfelder der Energietechnologie und Energiewirtschaft zu besetzen. Ziel des Institutes soll es sein, die Spitzenposition Brandenburgs durch eine Institutionalisierung der Anstrengungen energisch weiter auszubauen und damit die Chance zu nutzen, eine Kompetenzregion im Bereich „Geoenergie – CO2-Technologie“ mit überregionaler Ausstrahlung sowie starker internationaler Vernetzung zu schaffen.
EL Nr. 4.2. Gründung eines Institutes zur stofflichen Verwertung von Biomasse aus Mikroalgen an der HS Lausitz
Das CO2 aus Rauchgasen oder aus CCS-Reservoiren wird durch die Photosynthese-Leistung großtechnischer Kulturen von Mikroalgen in deren Biomasse fixiert (Grobrelation: 2t CO2 fixiert in 1t Biomasse von Mikroalgen). Das Prinzip dieser vielversprechenden Zukunftstechnologie ist im Land Brandenburg und in der Energieregion Lausitz wissenschaftlich auf internationalem Spitzen-Niveau etabliert und wird derzeit in die wirtschaftliche Praxis überführt.
Eine Herausforderung für die großtechnische Umsetzung der CCS-Technologie in der Energieregion Lausitz ist die Erforschung von weiteren Einsatzmöglichkeiten von Biomasse aus Mikroalgen über die bekannten Nutzungsmöglichkeiten hinaus. Die Separation von hochwertigen Produkten ist von grundlegender Bedeutung. Dies ermöglicht neue Wertschöpfungsketten.
EL Nr. 4.3. Aufbau eines deutschlandweiten Kompetenzzentrums für "Hybrid-Kraftwerke und Energiespeichersysteme" zur effizienten Einbindung von Erneuerbaren Energien (insbesondere Windkraftanlagen)
Das Land Brandenburg als das Energieland im Osten Deutschlands ist führend bei der Nutzung der Erneuerbaren Energien. Besonders bei der Nutzung der Windenergie spielt es im bundesweiten Vergleich eine führende und beispielgebende Rolle. Es werden bereits jetzt große Anstrengungen unternommen, um die Erneuerbaren Energien zukünftig speichern und so in das Gesamtsystem der Energieversorgung integrieren zu können. So führt das Konzept eines Hybridkraftwerks der Enertrag AG in Prenzlau unterschiedliche erneuerbare Energien zusammen.
In der Energieregion Lausitz wird an weiteren Umsetzungen für Hybridkraftwerke mit grundlastfähiger Stromerzeugung gearbeitet. Für diese zukunftsweisenden Projekte ist das Zusammenspiel von der Stromgestehung aus Erneuerbaren Energien und Energiespeicherung von entscheidender Bedeutung. Um von der Entwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien weiter partizipieren zu können, ist im Bereich der Forschung und Entwicklung das Schlüsselthema „Hybrid-Kraftwerke und Energiespeichersysteme“ regional institutionell so zu verankern, dass dauerhaft Spitzenleistungen erbracht werden können.
EL Nr. 4.4. Pilotprojekt zum Einsatz vorgereinigter kommunaler Wässer zur Bewässerung und Düngung von Nutzflächen für die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe (Energiepflanzen) auf armen und trockenen Standorten
Die Energieregion Lausitz gilt als eine der vier am meisten vom Klimawandel betroffenen Regionen Deutschlands. Andererseits ist der Landschaftsraum in vergleichsweise starkem Maß von Beeinträchtigungen des Wasserhaushalts durch landwirtschaftliche und bergbauliche Nutzungen betroffen (Komplexmeliorationen; Begradigung, Vertiefung und Eindeichung von Fließgewässern; Grundwasserabsenkungen und Ableitung des Sümpfungswassers durch den Braunkohlentagebau).
Im Ergebnis des Pilotvorhabens stehen konkrete, standörtlich basierte Handlungsempfehlungen zu Fragen der Verregnungstechnik und des -regimes (Menge, Qualität, Nährstoffgaben) und den unter diesen Bedingungen pflanzenbaulich und ökonomisch sinnvollen Energiepflanzensystemen.
Perspektivisch soll die Verregnung von gereinigten Abwässern als integraler Bestandteil eines regionalen Land-, Energie- und Stoffstrommanagements in der Modellregion Lausitz eingeführt werden. In Verbindung mit nachhaltiger Landnutzung können damit Wasser- und Stoffkreisläufe geschlossen, die Flächenproduktivität dauerhaft erhöht sowie klimawirksames CO2 immobilisiert bzw. langfristig durch Anbau nachwachsender Rohstoffe gespeichert werden.
Die Erhöhung des Ertragspotenzials der bewässerten Agrarstandorte soll zudem die regionale Wertschöpfung im primären Sektor verbessern.
EL Nr. 4.5. Umsetzungskonzept für ausgewählte energieoptimierte Standorte in Städten der Energieregion Lausitz
Im Rahmen dieses Projektes sollen in ausgewählten Städten der Gebietskörperschaften der Energieregion Lausitz gezielt Siedlungsgebiete entwickelt werden, die langfristig in ihrer Gesamtheit über eine energieoptimierte (energieeffiziente) Versorgungsstruktur verfügen und als Beispiel über die Region hinaus wirken. Vorrangig sollen Siedlungsstrukturen betrachtet werden, die sich im Zusammenhang mit demografischen und landesplanerischen Entwicklungen sowohl innerhalb von Städten als auch als Angliederungen an Städte der Region bilden. Dabei wird sowohl die Einbindung in bestehende städtische/ kommunale Strukturen als auch die interne Versorgungs- und Infrastrukturgestaltung mit dem Ziel der gesamtheitlichen energieoptimierten Versorgung betrachtet. Die Realisierung des Projektes an je einem Standorte in den 5 Gebietskörperschaften der Energieregion Lausitz erfolgen.
EL Nr. 4.6. Pilotanlage zur Bereitstellung erneuerbarer Energie aus Photobioreaktor, Anaerobreaktor und Blockheizkraftwerk an der TH Wildau (FH)
Mit Hilfe des Photobioreaktors lassen sich je nach Algenspezies verschiedene Wertstoffe gewinnen, beispielweise Öle zum direkten Einsatz als Brennstoff in Kraft/Wärmemaschinen, probiotische Wirk- und Zusatzstoffe für die Nahrungsmittel- bzw. Kosmetikindustrie, Zuschlagstoffe für Tierzucht und Aquakultur.
Die Pilotanlage dient zur Erprobung und Validierung des Verfahrenskonzeptes zur Gewinnung von Daten zur Dimensionierung einer Großanlage sowie zur Ermittlung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Weiterhin wird sie zur speziellen Ausbildung von Ingenieuren eingesetzt.
EL Nr. 4.7. Bau eines Biotechnologiezentrums an der HS Lausitz (FH) in Senftenberg
Dieses Vorhaben ergänzt die Gründung des Institutes zur stofflichen Verwertung der Biomasse aus Mikroalgen um den wesentlichen Bereich der marktreifen Überführung von Produkten. Mit der Errichtung eines solchen Zentrums soll das Innovationspotenzial der Region gestärkt werden, weil hier insbesondere konkurrenzfähige Produkt- und Verfahrensentwicklungen möglich sind. Hauptaugenmerk liegt auf der wirtschaftlichen Verwertung von Forschungsergebnissen aus der Biotechnologie inklusive Algenbiotechnologie. Es sind mehrere Firmenausgründungen aus der HS Lausitz in Vorbereitung.
EL Nr. 4.8. Ausbau einer Lysimeteranlage zur Untersuchung der Wechselwirkung zwischen dem Energiepflanzenanbau und dem Landschaftswasserhaushalt in Südbrandenburg
Eine genaue Analyse des Wasser- und Stoffhaushaltes typischer Agrarstandorte wie auch seiner Entwicklung in Abhängigkeit der Anbau- und Bewirtschaftungsverfahren ist mit Hilfe von Lysimeteranlagen möglich.
Es sollen vier wägbare Großlysimeter einschließlich der zugehörigen Messeinrichtungen auf der Versuchsstation des FIB e.V. in Lauchhammer errichtet und in Betrieb genommen werden.
Bei den Lysimetern handelt es sich um ca. 2,5 m hohe Edelstahlsäulen, die mit Böden befüllt werden. Über die Wasserfassung am Boden können die Sickerwassermengen erfasst und Wasserproben entnommen werden. Durch die Lagerung auf einer Wägeeinrichtung kann über die Gewichtsveränderung eine direkte Messung der Verdunstung erfolgen.